microscoPICS
Das Universum in uns
Im menschlichen Körper gibt es eine Welt, die dem bloßen Auge verborgen bleibt. Forschende am Institut für Biomedizin untersuchen im Labor heranwachsende Zellen unter dem Mikroskop und eröffnen uns Einblicke in diese verborgene Welt. Ihre Aufnahmen zeigen, wie einzelne Neuronen Kontakt zu ihren Nachbarzellen suchen und wie komplexe Zellnetzwerke dazu beitragen, dass ein Herz schlägt oder ein Gehirn Gestalt annimmt.
Diese Bilder wurden nicht als Kunstwerke geschaffen. Sie sind Teil biomedizinischer Forschung und helfen uns zu verstehen, wie sich unser Körper entwickelt, wie Zellen miteinander kommunizieren und wie sie sich verändern, wenn wir krank werden.
microscoPICS lädt dazu ein, genauer hinzusehen, Fragen zu stellen und zu entdecken, wie vielschichtig und erstaunlich das Leben in uns ist.
microscoPICS ist auch als Ausstellung bei Eurac Research zu sehen – vom 8. bis 23. Oktober 2026. Die Ausstellung ist täglich von 8 bis 17 Uhr in der Drususallee 1 in Bozen geöffnet.
Die Forschung, die sich hinter den Bildern verbirgt
Die Bilder dieser Ausstellung sind aus wissenschaftlichen Fragestellungen entstanden. Wie verläuft die Entwicklung von Zellen? Wie kommunizieren sie miteinander? Was geschieht, wenn ein Gewebe erkrankt? Und wie können wir diese Prozesse besser verstehen, um die menschliche Gesundheit zu schützen?
Die Neuronen, Miniatur-Herzgewebe und Organoide, die Sie in dieser Ausstellung sehen, sind weit mehr als nur das Ergebnis fortschrittlicher Techniken der Mikroskopie. Es handelt sich um menschliche Zellmodelle, die als Forschungswerkzeuge dienen: Systeme, die es Wissenschaftlern ermöglichen, Aspekte der Physiologie und von Krankheiten im Labor nachzubilden und Phänomene zu beobachten, die im menschlichen Körper selbst nicht direkt untersucht werden könnten.
Diese Beobachtungen stehen in engem Zusammenhang mit der Analyse von Gesundheits-, genetischen und molekularen Daten. Diese Daten dienen als Orientierung für die experimentelle Forschung, während Laborstudien dabei helfen, die Daten zu interpretieren und die ihnen zugrunde liegenden biologischen Mechanismen aufzudecken.
Das Institut für Biomedizin
Am Institut für Biomedizin bei Eurac Research wird untersucht, wie Gesundheit und Krankheit durch das Zusammenspiel von Genetik, Umwelt und Lebensstil geprägt werden. Das Ziel dieser Forschung ist, immer präzisere Ansätze für Prävention, Diagnose und Behandlung zu entwickeln – ein Ansatz, der als „Precision Health“ bekannt ist.
Die Forschung gliedert sich in zwei sich ergänzende Bereiche. Die “Health Data Science” analysiert einen großen Umfang epidemiologischer, genomischer und molekularer Daten, darunter auch Daten aus der CHRIS-Studie, einer Längsschnittstudie, die über viele Jahre mehr als 13.000 Teilnehmer in Südtirol begleitet. Die „Translational Biology“ überträgt diese Erkenntnisse ins Labor, wo die Mechanismen von Krankheiten mithilfe fortschrittlicher menschlicher Zellmodelle erforscht werden. Darunter nutzen Forschende auch Organoide aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen), Assembloide und mikrophysiologische Systeme.
Diese beiden Bereiche arbeiten eng zusammen: Daten dienen als Orientierung für die experimentelle Forschung, während Laborergebnisse die Datenanalyse ergänzen. Dieser kontinuierliche Austausch schafft ein ganzheitliches Verständnis der menschlichen Gesundheit und trägt zur Weiterentwicklung von „Precision Health“ bei.
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